Sonntag, 23. Dezember 2007

yoga 2007

verbissen begann alles vor 4,5 jahren. ich wollte zu schnell zu viel, war auch im falschen yoga-studio, wo meiner meinung nach zu schnell zu viel verlangt wird. es ist nicht natürlich, wenn nach 3 monaten yoga-praxis schüler, welche vielleicht nur 1x die woche üben, in alle umkehrhaltungen geschickt werden. kopfstand, unterarmstand, handstand. das braucht alles zeit. naja, jedenfalls hatte mir diese verbissenheit gleichzeitig angst gebracht. versagensängste. ängste, die ich in vieler schüler gesichtern immer wieder gesehen habe, wenn's in den stunden dann an die umkehrhaltungen ging. ich muss ich muss ich muss. ganz falscher ansatz. 20 - 40 jährige büro-hock-menschen sind doch keine turner, die mal schnell in drei monaten die nötigen muskeln, die koordination und vor allem das körpergefühl gestärkt haben.

so verletzte ich mir bei einem der ersten male kopfstandüben gleich mal die halswirbelsäule, so dass ich zum physiotherapeuten zur manuellen therapie musste. super! so kam die noch-mehr-angst, ich fing an, die umkehrhaltungen komplett zu verweigern. fühlte mich dadurch wieder doof, da eben in diesem falschen yoga-studio. alle total souverän im kopfstand, fenek der yoga-looser, der noch gar nicht begriffen hatte, worum es ging.

irgendwann wagte ich mich vor 3 jahren dann an den unterarmstand ran, meiner meinung nach die einfachste umkehrhaltung, welche am wenigsten verletzungsrisiko birgt. ha, denkste. der leidige rücken, die bandscheiben machten nicht mit. weil: zwar in den unterarmstand hochgekommen, aber keine erklärung der technik -> hohlkreuz, bandscheibe wieder für monate futsch. wieder physiotherapie.

im jahr 2006 setzte ich mir zu beginn dann als ziel bis ans jahresende einen freien unterarmstand, einen freien kopfstand und einen handstand an der wand zu können. wieder der völlig falsche ansatz. immer dieser muss-erfüllen-kopf. falsche ziele für yoga.
ergebnis: totale frustration, da 2006 keines der falschen ziele erreicht.

dieses jahr dann endlich! ich habe zwei anfänger (!) yoga-kurse nach B.K.S. iyengar gemacht. immer wieder die gleichen einfachen übungen, bis ins kleinste detail an der technik feilen. endlich anfangen, den körper zu begreifen, dadurch ein völlig neues körpergefühl erlangen. die yogalehrerin "verbot" mir aufgrund meines bandscheibenvorfalls viele übungen, zeigte mir ähnliche übungen, welche besser für mich sind. an umkehrhaltungen war gar nicht zu denken. toll...

und sie kamen von alleine. in einer stunde dann wagte ich mich doch an den kopfstand ran. ich fragte die lehrerin erst gar nicht, ob ich das mit meinem rücken darf, ich wusste, er ist nun wieder stark und startklar für einen versuch. ich wusste, dass ich mich nicht verletzten würde. das war schön, doch endlich wieder eine umkehrhaltung gemacht, das gibt ein tolles gefühl. es fühlt sich mutig an.

meine grösste angst galt allerdings immer dem handstand, welchen ich vielleicht insgesamt 7x, und das mit hilfestellung gemacht hatte. dabei hatte ich immer das gefühl, jeden moment einzubrechen, meine arme würden mich nicht halten.
gestern war ich dann doch mal wieder im alten studio, allerdings dort bei meiner anderen lieblingslehrerin, welche auch technik unterrichtet... und irgendwann hiess es "so wir gehen an die wand, handstand..." zuerst zog sich innerlich alles bei mir zusammen. dann ging ich mit meiner matte zur wand und setzte mich auf den boden, verschränkte wie ein kleines beleidigtes leberwürstchen meine arme und machte die tellerlippe.
HEY FENEK!!! wovor hast du angst? probier doch einfach mal, wenn's nicht geht, geht's nicht...
NA GUT!
und: es ging und fühlte sich so gut an...
und nicht, weil ich ich jetzt so ne sportskanone bin, dass ich das jetzt gestern geschafft habe.
nein, es ist das den inneren schweinehund überwunden zu haben. die ängste besiegt. meine kleine yoga-philosophie der umkehrhaltungen. alles kommt von alleine und zum richtigen zeitpunkt.

früher dachte ich, es sei sport, jetzt sehe ich es anders. klar trainiert man den körper, aber darum geht es nicht in erster linie.
und endlich weiss ich auch, warum man stunden im hund verbringt. das ist das asana, welches wohl am meisten bringt. vor allem für den handstand.

fenek's denke

eine eintagsfliege

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

lochfall und plumps
ein wunderschönes "heimkommen" in einer fremden stadt...
fenek - 18. Mär, 19:02
taumel
ewig passiert nichts. die füsse schlafen ein. dann...
fenek - 29. Feb, 17:23
taubenschlag II
was ist mit mir los? ich gehe auf den balkon (jaaaa,...
fenek - 22. Feb, 23:26
dann drück ich für dich...
dann drück ich für dich auch die daumen, liebe kitty! und...
fenek - 20. Feb, 22:17
Na dann drück ich dir...
Na dann drück ich dir doch mal ganz feste die Daumen...
Kitty-xy - 20. Feb, 19:46

Links


familie
film
kreieren
kritisch
leben
musik
psycho
yoga
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren