Montag, 22. Oktober 2007

abkupfern

ein wichtiger job ist uns nun durch die lappen gegangen. das ist wirklich tragisch und jetzt heisst es wieder SELBSTDARSTELLUNG für die akquise. wenn ich dieses wort nur höre, wird mir schlecht. scheine ich seit ein paar jahren immer wieder damit konfrontiert zu sein, frage ich mich langsam, was das alles noch soll.
kreativität beruht auf einem einfachen abkupfern. es war doch eh schon alles mal da, es kann nichts neues geben. wie unendlich ist die farbskala tatsächlich? an jedem monitor sieht alles anders aus. welche formen kann man aus einem faden basteln? überlappungen, texte, papier... traurig.

musik kupfert ab, und noch ein coversong und noch einer. wobei man hier sagen muss, dass manches cover besser ist als das original.
fans entwickeln die unglaubliche unkreativität, sich wie ihre idole zu kleiden.
mode kupfert ab. wie oft müssen wir die 80er noch ertragen?
und wie ist das mit der selbstdarstellung der eigenen persönlichkeit? ebenso ein abkupfern. in der phase wo aus einem baby ein kleinkind wird, lernt es aus einem abkupfern. baby tut mal eben beobachten, was die eltern so tun. brille auf die nase, buch in die hand und "lesen". und die eltern flippen total aus, wie schlau ihr kind doch ist, es sich zu einem kleinen persönchen entwickelt.
und wie und wo entsteht die wirkliche persönlichkeit?

der drache

ich habe mal wieder mit meinem vater telefoniert.
wie kann ich von einem menschen abstammen, der seine jetzige frau nur als "fluggerät" bezeichnet? selber schuld, wenn man sich sowas (sie hat wirklich flügel) aussucht und sich durch die zeugung von zwei paar weiteren kindern abhängig macht. eine schrecklich unnette familie. es ist mir peinlich.

meine mutter sagte immer wenn sie böse auf mich war "du bist wie dein vater". diese worte sind schlimm, wenn man seinen vater doch gar nicht kennt aber weiss, dass sie ihn rausgeschmissen hat. weil er so war wie das kind? puh, da kommen mir gleich die tränen. wer hat immer schon auf mich eingeredet, ich solle eine therapie machen? hoffentlich kommen da nicht viele negative erinnerungen raus wie diese.
das ist alles vergangenheit, ich liebe meine mutter. auch wenn wir sehr verschieden sind.

als ich meinen vater dann ab 18 öfter sah, stellte sich heraus, dass ich tatsächlich vieles von ihm habe. ein beweis, dass doch so vieles in den genen steckt und nicht nur von der erziehung kommt. und ich bin froh, dass ich (fast nur) seine positiven seiten geerbt habe. das hat meine mutter inzwischen auch zugeben können. so schlimm war er dann wohl doch nicht, sonst hätte sie ihn ja nie geheiratet.

er wird der mensch sein, nach dessen tod ich mir schmerzhaft darüber bewusst werden werde (diese üble wort-verdoppelung fordert eigentlich ein sofortiges handeln!), wie traurig es ist, sich nie miteinander auseinandergesetzt zu haben, es ein leben lang kaum worte gab.
meine halbgeschwister haben sich trotz dieser eltern toll entwickelt. aber spätestens wenn es um die erbschaft gehen wird, wird es vorbei sein mit der nettigkeit. ich verzichte freiwillig.

fenek's denke

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